Haarausfall ist für viele Menschen ein grosses Problem, egal ob Mann oder Frau. Bei Männern zeigt sich der Haarausfall am Wirbel oder in Geheimratsecken, bei Frauen eher am Mittelscheitel. Entsprechend boomt der Markt für Mittel gegen Haarausfall. Es gibt spezielle Shampoos, Tabletten und Lotionen, die alle eine Besserung versprechen. Die Produkte basieren auf Stoffen wie Koffein, Biotin Kieselerde, Mineralstoffe, Ginkgo Biloboa, Grüner Tee oder den Spurenelementen Zink oder Kupfer. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich allerdings nicht bewiesen.

 

Gemäss Wissenschaft: zwei Wirkstoffe helfen

Aktuell soll es gemäss der Forschung zwei Wirkstoffe gegen, die gegen das lästige Problem des Haarausfalls helfen. Es sind dies die Stoffe Minoxidil und Finasterid. Sie sollen bei 90 Prozent der Betroffenen den Haarausfall stoppen.

 

Minoxidil ist ein Blutdrucksenker mit der Nebenwirkung von stärkerem Haarwachstum. In klinischen Studien konnte beobachtet werden, dass sich der Haarwuchs durch Minoxidil verbessert. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet, respektive die Neubildung von Blutgefäßen gefördert. Dadurch werden diese durchlässiger und es finden sich mehr Wachstums-Faktoren im Gewebe. Beides fördert das Wachstum der Haarwurzel.

Der Wirkstoff hat aber auch Nebenwirkungen, er kann die Kopfhaut austrocknen.

 

Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen und den Haarwuchs anregen, so dass die Bildung einer Glatze verlangsamt werden kann. Wird das Mittel aber weggelassen, setzt der Haarausfall wieder ein. Über eine Langzeitbehandlung liegen noch keine aussagekräftigen Daten vor.

 

Auch Finasterid hat starke Nebenwirkungen

Der zweite Wirkstoff Finasterid hemmt Dihydrotestosteronund weist ebenfalls Haarwachstum als Nebenwirkung auf. Finasterid wurde ursprünglich gegen die gutartige Prostatavergrößerung entwickelt. Gleich wie bei Minoxidil können auch hier Nebenwirkungen wie depressive Verstimmung oder ein geringeres sexuelles Verlangen auftreten. Und auch Finasterid wirkt nur so lange, wie es regelmässig angewendet wird.

 

Alternative Haartransplantation

Wer nicht dauerhaft Medikamente einnehmen will, hat in der Haartransplantation eine echte Alternative. Sie eignet sich für Menschen mit unumkehrbarem Haarausfall. Beim hormonell bedingten Haarausfall unternehmen Ärzte zuerst einen medikamentösen Therapieversuch, bevor die Transplantation in Frage kommt. Ärzte empfehlen ein Mindestalter von 30 bis 35 Jahren. Ausserdem sollte der Haarausfall bereits weitgehend zum Stillstand gekommen sein. Die Kosten für diesen Eingriff sind allerdings sehr hoch und hängen von der Grösse der Fläche und der gewünschten Haardichte ab.